LR: 12.06.2004 - Projekttage
Keine Schule und doch viel gelernt
Schlieben. Über besondere Schultage schrieben die Lehrerinnen der Grund- und Gesamtschule Schlieben: Die Schüler der Klassen Flex A, B und 1c der Grund- und Gesamtschule Schlieben haben an ihren drei Projekttagen im Mai jede Menge gelernt.
12.06.2004
Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Freiwald, Frau Ewerth und Frau Heyde besuchten sie die Freiwillige Feuerwehr in Schlieben und die Postfiliale.
So erfuhren die Kinder, welchen Weg ihre Briefe zurücklegen müssen, um an den gewünschten Ort zu kommen. Sehr genau nahmen sie die Filiale der Post unter die Lupe und stellten viele Fragen. Ein Poststempel auf der Hand sollte sie noch am Abend an den Besuch erinnern.
Ganz toll gefiel den Kindern die Exkursion zur Feuerwehr. Vielen Dank an Herrn Unger und Herrn Madaritz für das geduldige Beantworten der vielen Fragen. Neugierig krabbelten alle in das neue, große Feuerwehrauto und wären am liebsten auch auf die Leiter geklettert.
Am dritten Tag erklärte Frau Heine vom DRK den Schülern sehr anschaulich, wie Unfälle zu Hause vermieden werden können, und wie man im Notfall richtig reagiert.
Einige Eltern und Horterzieher staunten nicht schlecht, als ihre Kinder am Nachmittag mit dicken Verbänden auftauchten.
Nochmals möchten wir allen beteiligten Erwachsenen für ihre wertvolle Unterstützung an diesen Tagen danken.
LR: 19.06.2004 - Jennifers Prüfungsarbeit
Experiment gelungen: Jennifers Prüfungsarbeit hilft Kalka Hohenbucko
Schlieben/Hohenbucko. Das macht neugierig: Haben die Schliebener Schüler etwa die hohen Spritpreise satt und «brauen» sich ihren Kraftstoff selbst? Wer sich die Prüfungsarbeit von Jennifer Lehmann, inklusive der von ihr gestalteten Power-Point-Präsentation zum Thema «Biodiesel» anschaut, könnte diesen Eindruck gewinnen. Birgit Zaack, die Chemielehrerin, schmunzelt. Schließlich weiß ihre 16-jährige Schülerin um das «Geheimnis» der Veresterung – wie aus Rapsöl Biodiesel hergestellt wird.
«Im Experiment hat es geklappt, doch in Größenordnungen ist es in der Schule freilich nicht machbar» , womit sie mögliche Hoffnungen der Schüler- und Lehrerschaft auf eine «Schultankstelle» mit Augenzwinkern zunichte machen muss. Doch Jennifers Prüfungsarbeit soll nicht nur den Wissensstand beim Abschluss der 10. Klasse zeigen und dann in der Schublade verschwinden. Die Idee zu diesem Thema lieferte die Zusammenarbeit mit Kalka Hohenbucko, und dort – so mutmaßt deren Mitarbeiterin Sabine Münster – könnte die Dokumentation bald sehr gut gebraucht werden. Doch der Reihe nach:
Vor zwei Jahren schlossen die Grund- und Gesamtschule Schlieben und die Firma Kalka Hohenbucko, einschließlich deren Gemeinnützige Bildungs- und Entwicklungsgesellschaft Schliebener Land (GBE), einen Kooperationsvertrag ab. Dieser soll vor allem praxisbezogenem Unterricht zugute kommen. Exkursionen in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens folgten, wobei das besondere Interesse dem Bereich «Nachwachsende Rohstoffe» galt. Auch Betriebspraktika wurden angeboten – zu beiderseitigem Vorteil. Die Mädchen und Jungen erhielten Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche und Kalka hat auf diese Weise die Chance, den potentiellen Nachwuchs schon einmal näher ins Blickfeld zu nehmen. Außerdem bot Kalka ein Bewerbungstraining an, bei dem Personal-Profis zeigten, worauf es beim Vorstellungsgespräch ankommt.
Für Jennifer war das noch nicht so ausschlaggebend. Sie wird nach den Sommerferien das Gymnasium in Herzberg besuchen, um dort weiterzulernen und ihr Abitur ablegen zu können. Ihre Dokumentation aber, die sie als «Prüfungsarbeit in besonderer Form» erstellte, dürfte künftig einen wesentlich größeren Personenkreis interessieren.
Sabine Münster: «Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Präsentation genau richtig dafür ist, um Landwirte der Region für das Thema nachwachsende Rohstoffe, insbesondere Raps, zu sensibilisieren.» Eine Veranstaltung sei bereits in Vorbereitung, teilte sie mit. Kein Wunder, dass diese Ankündigung große Freude bei Jennifer auslöste. Der Kommentar der Lehrerin: «Alles war umfassend, leicht verständlich, und doch zum Teil sogar wissenschaftlich erläutert. Wir sind alle besonders stolz darauf, dass wir Kalka auf diese Weise auch einmal etwas zurückgeben können – für die große Unterstützung, die bis jetzt von dort kam.»
Fast liegt jedoch etwas Bedauern in Jennifers Blick, dass sie nicht länger in Schlieben lernen kann. Schließlich gibt es längst ein neues Vorhaben zwischen der Schule und dem Hohenbuckoer Unternehmen: ein Wildobstprojekt, das sich speziell mit dem Anbau von Sanddorn in der Region beschäftigt. Sabine Münster erläutert: «Wir arbeiten dabei mit dem Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. Finsterwalde zusammen, das sich seit längerem mit dem Anbau von Wildfrüchten in Brandenburg beschäftigt.» Hintergrund dafür bilden der Wegfall der Roggensubventionen ebenso wie die veränderten Marktbedingungen aufgrund der Erweiterung des EU-Marktes. Doch auch die klimatischen Veränderungen in Brandenburg lassen mittel- und langfristig darüber nachdenken, wie sich die Landwirtschaft künftig entwickeln kann.
Wie aber kann die Schule in Schlieben in diese Sache eingebunden werden? Birgit Zaack: «Wir werden einen Sortengarten für Sanddorn anlegen, mit dem Ziel herauszufinden, welche Arten von Sanddorn unter den hiesigen Bedingungen am besten gedeihen und welche Erntemethoden am geeignetsten und sichersten sind.» Etwa 200 Pflanzen sind dafür vorgesehen, die so schnell wie möglich nach Beginn des neuen Schuljahres gepflanzt werden sollen.
Der Schule entstehen dadurch keine Kosten. Das Pflanzenmaterial wird von Kalka besorgt und zur Verfügung gestellt. Kalka-Geschäftsführer Manfred Hauptvogel, der sich intensiv mit der vitaminreichen und schnellwachsenden Wildfrucht beschäftigt hat, traut den Schülern und Lehrern, die sich künftig damit befassen, diese Sache zu. Das Projekt stellt eine Art Vorlauf-Arbeit dar, deren Ergebnisse den Anbau dieser Wildfrüchte in der Region sehr vorantreiben könnten. Es ist auch nicht auszuschließen, dass nächstes Jahr erneut Zehntklässler dieses Projekt wiederum in Prüfungsarbeiten einfließen lassen.
Eines bleibt noch zu ergänzen: Noch vor Beginn des neuen Schuljahres erwartet die Schule die Entscheidung, ob sie in das internationale «Comenius-Projekt» aufgenommen wird. Auf dieser Basis könnte dann auch mit Schulen in anderen Ländern zusammengearbeitet werden. Das Thema steht fest: «Nachwachsende Rohstoffe» .
Von Gabi Zahn
EER: 27.07.2004 - Keine Sanierung
Trotz Ferien keine geplante Sanierung in der Schule
Schlieben. Ohne große Störungen könnten jetzt die vorgesehenen Sanierungsarbeiten in den Schulgebäuden vonstatten gehen.
Wichtig sind sie allemal, schließlich handelt es sich zum Großteil um die Realisierung von behördlich erteilten Auflagen zur Verbesserung des Brandschutzes. So sollen im Haus 3 ein zweiter Rettungsweg geschaffen, Brandschutztüren eingebaut und Fenster ausgetauscht werden Doch momentan geht nichts, da die Stadt noch auf die Genehmigung des Haushaltes wartet. Dieser liegt seit dem 3. Mai bei der Kommunalaufsicht des Landkreises. Kämmerin Kordula Lürding: «Da der Etat nicht gedeckt ist, haben wir ein Haushaltsicherungskonzept, können also nicht einfach investieren.» Der Eigenanteil dieser Baumaßnahmen soll über GfG-Mittel abgedeckt werden. Die ständen allerdings auch noch nicht zur Verfügung, da es sich dabei um Gelder aus dem Jahr 2003 handelt, die in anderen Kommunen nicht verbraucht wurden, wie Schliebens oberste Kassenwärterin weiter erklärt. Eine mündliche Zusage gebe es, aber die Mittel seien noch nicht verfügbar. 200 000 Euro werden benötigt, davon sind 50 000 Euro Eigenanteil. Im Bauamt sieht man recht skeptisch die Zeit verstreichen. Für die Realisierung kommen noch die Herbstferien in Betracht. (gz)
LR: 30.10.2004 - Schulfahrt (London)
London Eye – ein «Rundflug» , der sich lohnt
Schlieben. Alle sind sich einig: London Eye ist ein Rundflug, der sich lohnt – vor allem dann, wenn es dunkel ist. Die Aussicht auf das Parlamentsgebäude mit Big Ben oder die angestrahlte St. Paul's Cathedral erwecken den Anschein der Betrachtung einer Postkarte, der sich lohnt.
Auch wenn es der letzte Eindruck war, den die Schüler der Klassen 8 bis 10 der Grund- und Gesamtschule Schlieben von London bekamen, er wird sicher einer der bleibendsten sein. Viele weitere Highlights standen auf dem Programm des Ausfluges kurz vor den Herbstferien: Schloss Windsor sowie das Elite-College Eton, Brighton mit dem königlichen Palast, dem Aquarium und dem berühmten Brighton Pier, die Wachsfiguren bei Madame Tussaud's, der Tower, das London Dungeon mit seiner Darstellung der grauenvollen, schicksalsträchtigen Geschichte der Stadt sowie eine einführende Stadtrundfahrt durch die City und ihre angrenzenden Stadtteile. Wer handgemachte Musik sowie Live-Gesang schätzte und sich bei «Queen» noch etwas vorstellen konnte, der kam beim Musical «We will rock you» auf seine Kosten.
Jeder, der wollte, konnte auch seine Selbstständigkeit beim Benutzen der U-Bahn testen und dabei feststellen, dass dieses schwieriger aussieht, als es letztendlich ist.
Übrigens mussten wir auch in diesem Jahr nicht die Erfahrung machen, dass es in England mit dem Wetter nicht weit her ist. Im Gegenteil: Angenehme Temperaturen und gerade mal ein verregneter Vormittag ließen uns die Möglichkeit, viel zu erkunden. Allerdings kamen die Ferien im Anschluss an diese Reise gerade recht, denn ein 16-stündige Fahrt im Reisebus, inklusive Fährüberfahrt, ist doch recht anstrengend.
Klasse 9, Schule Schlieben
LR: 06.11.2004 - Nicht wegschauen!
Nicht wegschauen, wenn jemand die Regeln verletzt, sondern handeln
Schlieben. So eine Zusammenkunft hatte es in der Grund- und Gesamtschule Schlieben bisher noch nie gegeben. Und Schulleiter Jochen Haase dachte wohl ebenso wenig wie seine Kollegen und die meisten Schüler daran, dass sie einmal nötig werden würde. Der Anlass war mitnichten ein freudiger. Schließlich standen «Schüler der Schule Schlieben» in arger Kritik, weil sie, wie in der Stadtverordnetenversammlung Ende September vorgebracht wurde, in der Stadt unangenehm auffallen waren, teilweise alkoholische Getränke zu sich nahmen und Unrat hinterließen. Am Ende der Gesprächsrunde, und das sei vorweg bemerkt, schien jeder trotz mancher Vorbehalte froh, dass diese zustande gekommen war.
Das, was Angela Schötz als Anwohnerin am Kleinen Markt in besagter Parlamentssitzung vorgetragen hatte und was Bürgermeister Helmut Richter, andere Abgeordnete und anwesende Bürger mit ihren Meinungen und Beobachtungen ergänzten und bekräftigten, hat in den vergangenen Wochen heftige Diskussionen und manche Aktivitäten in Schlieben ausgelöst. Jochen Haase und Burgit Schulze stellten zunächst als Schulleiter klar, dass sie ihre Einrichtungen als zu Unrecht in den Mittelpunkt gestellt sehen.
Angela Schötz dazu: «Ich hatte mich eigentlich nur auf das bezogen, was hinter unserem Haus passiert. Plötzlich zog das riesige Diskussionen nach sich, und so viel mehr Beobachtungen von anderen kamen hinzu, bis plötzlich eins ins andere kam. Dabei wollte ich gar nicht gegen die Schule agieren» , teilte sie mit.
Haase:
Zunächst sei festgestellt, dass die Schülern, die mit Alkopops während der Schulzeit gesehen wurden, nicht in Schlieben zur Schule gehen. „Nicht alle Jugendlichen, die noch so jung ausssehen, sind tatsächlich schulpflichtig“, erklärte Jochen Haase. «Wir konnten nicht einen einzigen Namen einer unserer Mädchen und Jungen erfahren, die dabeigewesen waren.» Man habe zwar anfangs angenommen, dass es sich um eine bestimmte Gruppe handele, doch auch dies sei nicht der Fall gewesen.
Dominik Kutscher und Nico Schurig, die beiden Schülervertreter, meinten, dass sie dazu nicht viel sagen könnten. Schließlich seien sie während des Unterrichts selbst in der Schule. Wenn man andere auf gewisse Dinge aufmerksam machen würde, die nicht in Ordnung wären, interessiere das die Betroffenen leider nur wenig.
Die Kinder bzw. Jugendlichen, die am Kleinen Markt am Haus von Familie Schötz randalierten, waren Schliebener Schüler. Allerdings passierten diese Vorfälle nicht während der Schulzeit. Polizeihauptmeister Helmut Mai: «Ich hatte Frau Schötz sogar dazu angehalten, dieses Problem zur Stadtverordnetensitzung anzusprechen und habe mich sehr gefreut, dass sie den Mut dazu fand.» Mittlerweile ist einiges geschehen. Sie selbst hatte Eltern auf das Verhalten von deren Kindern angesprochen. «Es ist ruhiger geworden, und einige Jugendliche haben sich sogar entschuldigt» , teilte sie mit.
Auch die Aufsichtspflicht der Lehrer war mit in die Kritik geraten. Sehr ungerechtfertigt, wie Jochen Haase aufzeigte. Anhand der Statistik konnte er nachweisen, dass es kaum Ausfallstunden gegeben hat. Die Aufsicht in den Pausen werde sehr ernst genommen. Stets seien Lehrer mit auf dem Schulhof, die durch Schüler der 10. Klassen unterstützt würden. So sei es nicht möglich, dass Kinder oder Jugendliche das Schulgelände unerlaubt verlassen könnten. „Wir fordern stets von deren Eltern die Einwilligung dafür, dass ihre Söhne oder Töchter in Freistunden oder bei besonderen Anlässen die Schule zwischendurch oder vorzeitig verlassen dürfen“, resümierte Jochen Haase.
Von Burgit Schulze, der Leiterin der Realschule Hohenbucko, die sich seit August mit zwei zehnten Klassen ebenfalls im Schulgelände befindet, erhielt Jochen Haase dabei Rückenstützung: «Wir sind hier herzlich aufgenommen wurden und erleben hohe Disziplin, Ordnung, Aufrichtigkeit und Freundlichkeit. Mehr kann es in einer Schule nicht geben.»
Eine ganz aktuelle Maßnahme: Alle Eltern der Schliebener Grund- und Gesamtschule sind in einem persönlichen Anschreiben von Jochen Haase sensibilisiert worden, auf das Verhalten ihrer Kinder in der Stadt Einfluss zu nehmen.
Ordnungsamtsleiterin Heike Hofmann: «Die Schule ist für die Aufsichtspflicht während des Unterrichtstages verantwortlich, aber die Eltern sind es vorher und nachher. Auf diese Pflicht müssen wir verstärkt aufmerksam machen.»
Lehrer Michael Truxa forderte bei aller «Aufsichtspflicht» allerdings ein noch intensiveres „Hingucken“: „Wenn ich am Morgen in der großen Pause auf dem Schulhof sehe, dass jemand vor mir ausspuckt – nicht deswegen, weil er mich nicht leiden kann, sondern einfach, weil das angeblich üblich ist – dann kann und darf ich das nicht dulden. Ich muss diesen Schüler direkt ansprechen, konkret werden und werde nicht wegsehen.“ Truxa weiter: „Wir dürfen das Gesamtproblem nicht aus den Augen verlieren. Es sind zwar nicht unsere Schüler, die während der Unterrichtszeit mit Alkopops gesehen wurden. Aber vielleicht sind sie es am Nachmittag. Und wenn diese Jugendlichen merken, dass sie uns nicht egal sind, dann reagieren viele auch. Diese Achtung voreinander im Unterricht ’rüberzubringen, ist mein Ziel. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen darauf aufmerksam machen, wenn ihr Handeln die Normen des Zusammenlebens überschreitet.“
Mai:
So wie alle Schulen in Brandenburg hat auch die Schliebener Einrichtung einen Kooperationspartner für Präventionsarbeit. Mit Polizeihauptmeister Helmut Mai ist es gleichzeitig der zuständige Revierpolizist für Schlieben. Er ließ, ebenso wie die Stadtverordnete Annette Engel keinen Zweifel daran, dass es „Ecken und Stellen“ in der Stadt gibt, wo sich Jugendliche häufig in störender Weise aufhalten. „Ich habe schon oft genug Jungs und Mädchen aufgefordert, die Ausweise zu zeigen, wenn sie alkoholhaltige Getränke bei sich haben. Manchmal sind es Jugendliche, die jünger sind als 16 Jahre. Dann werden die Flaschen ausgekippt. Und wenn die Eltern daraufhin eine Aufforderung erhalten, zur Polizeiwache zu kommen und dafür extra Urlaub nehmen müssen, wirkt das gewiss.“ Dafür erntete er nicht nur von Michael Truxa ein beifälliges Kopfnicken.
In Schlieben sei es zum Glück noch vielen Familien sehr peinlich, wenn deren Nachwuchs plötzlich unangenehm in der Stadt auffalle. Das sei auch gut so, waren sich alle einig. «Dennoch» , so machte Michael Truxa deutlich, «wird es immer Eltern geben, die man selbst mit dem emotionalsten Appell nicht erreicht, doch das soll uns hier nicht entmutigen.» .
Heike Hofmann informierte, dass es seitens des Ordnungsamtes und gemeinsam mit der Polizei verstärkt Kontrollen gebe. Und auch sie konstatierte: «Es ist in den vergangenen Wochen in dieser Beziehung ruhiger geworden in Schlieben.» Gerit Zscherneck, die als Elternvertreterin anwesend war, machte deutlich, wie groß die Initiativen zum Erhalt der Schule auch seitens des Fördervereins sind. «Die Schule kann es sich gar nicht leisten, während der Unterrichtszeit nicht aufzupassen, wenn sie weiter Bestand haben will. Und dafür kämpfen wir schließlich.»
Lehrer Michael Truxa ließ am Ende wissen: «Ich bin froh, dass der Zeitungsartikel, mit dem das Thema öffentlich gemacht wurde, so in der Elbe-Elster RUNDSCHAU gestanden hat. Jetzt ist das Grundproblem endlich richtig angesprochen worden und das hat schon einiges bewegt.»
Kommentiert
Die Schliebener Schule ist durch die öffentliche Diskussion, die durch die Reaktion auf «Problem-Jugendliche» hervorgerufen wurde, keineswegs in schlechtes Licht geraten. Dass es sich bei den Alkohol trinkenden Jungs, die während der Schulzeit in der Stadt gesehen wurden, nicht um Schüler der Einrichtung handelt, scheint jetzt klar zu sein. Und trotzdem hat man sich nicht zurückgehalten, sondern agiert, um möglichen Tendenzen zu begegnen. Die Schule hat auch nicht andere für schuldig erklärt, sondern Verantwortung übernommen: Die Schulleitung hat mit Schülern gesprochen und an alle Eltern geschieben – um ihr Partner zu sein. In einer Partnerschaft muss jede Seite Verantwortung übernehmen. Die Lehrer haben sie während des Unterrichts, die Eltern vorher und nachher.
Von Gabi Zahn

